| Pfingsten – kann man das verstehen ? |
|
|
Menschen verschiedener Sprachen verstehen einander – ein Wunder ! Menschen, die ein und dieselbe Sprache sprechen, verstehen einander nicht – wundert uns das ? In zwei Geschichten der Bibel begegnet uns das Verstehen und Nicht-Verstehen im Miteinander der Menschen. Da ist zunächst die Begebenheit vom Turmbau zu Babel : Planen, fördern, bauen, einreißen und wieder planen und neu bauen, immer genialer ... kann man das verstehen ? Menschen wollen hoch hinaus, wollen sich einen Namen machen. Gerade daran scheitern sie und verstehen einander nicht mehr. Es ist eine immer wiederkehrende Geschichte – brandaktuell bei uns in Großenhain. Im Gegensatz dazu steht das Pfingstwunder: Gottes heiliger (neuer, guter) Geist wirkt unter den Menschen. Mit einem Male verstehen sich die Menschen ! Sind eines Sinnes und Geistes. Ist das unter uns spürbar ? Oder lassen wir gegenwärtig dem Geist der Miss-Verständnisse, der Verwirrung und des Nicht-Verstehen-Wollens mehr Raum in uns ? Da wird Gewachsenes, Bewährtes, einst teuer Erworbenes abgebaut und eingerissen, wie so manches Schulgebäude oder das Großenhainer Krankenhaus. Da wird Schön-geredet. Bis zuletzt bleibt Vieles im Unklaren – bleibt Verwirrung. Unverständnis herrscht bei Betroffenen. Wie wird mit dem Personal umgegangen ? Was wird Patienten und Angehörigen zugemutet ? Nichts ist klar, nur eins: Alles muss sich rechnen – koste es, was es wolle. Wieviel Menschlichkeit bleibt dabei auf der Strecke ? Unverständlich ist, dass viele, die etwas an der Situation ändern und bewirken könnten, schweigen oder einfach wegsehen. Betroffene bleiben in ihrer Unsicherheit sich selbst überlassen. Gottes Geist ist ein Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Drei Komponenten, die von den Verantwortlichen für die Umgestaltung des Großenhainer Krankenhauses nicht beachtet wurden. Kann man das noch verstehen ? Wir feiern Pfingsten. Menschen können eines Geistes und eines Sinnes untereinander sein. Beim Fest der Sinne in Großenhain möchten wir das erleben. Gottes Geist ist eindeutig und schafft Klarheit. Er ist da, um Verwirrung zu beseitigen, Unklarheiten ans Licht zu bringen. Er ist da, damit wir Menschen voller Achtung, liebevoll und menschlich miteinander umgehen lernen. Angefangen in der Familie bis hinein in die große Politik. Hilfestellung und Anleitung finden wir in der Bibel, im Gebet und in den Gottesdiensten. Dazu möchte ich Sie einladen. Möge der heilige Geist Gottes uns alle erfassen und uns die Gabe des Einander-Verstehens schenken. Frank Seffer ist Pfarrer der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Skäßchen |