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Die große Expedition Drucken

Von Eike Staemmler
25. Juli bis 7. August mit der Ev.-Luth. Kirchgemeinde  Sacka unterwegs:
Keine Einkaufswelten, kein Handy, kein Computer – und keine Eltern!
Das ist die große Expedition, die 12 Jugendliche zusammen mit Pfarrer Staemmler unternehmen. Sie verschwinden für 14 Tage in Schwedens Wäldern.
Was sie dort machen?
Sie paddeln und schleppen Kanus und ihre Rucksäcke von See zu See, durch kleine Kanäle des ehemaligen Erzbergbaus in Ostvärmland. Und das über 160 Kilometer bei jedem Wetter.
Felix, Clemens, Sascha machen das erstmals. Britta, Tilmann und Anna machen das schon mit mehr Erfahrung.
Was passiert da? Sie bekommen Verantwortung: Jeder hat eine wichtige Aufgabe in der Gruppe zu erledigen. Der Ordner sorgt, dass die Boote nachts an Land liegen. Der Arzt kümmert sich um die Wunden und Mückenstiche. Der Koch kocht schmackhafte Spaghettis. Der Leader sorgt für gute Stimmung in der Gruppe. Noch etwas ist wichtig: Nichts ist vorgekaut. Alles was wir tun, wird  an jedem Tag in der Lagebesprechung mit allen vorbedacht und sofort umgesetzt. Die Leader müssen sich die Tagesstationen merken und ihren Leuten sagen, wie es weiter geht. Manchmal macht der Wind oder Regen uns einen Strich durch die Rechnung. Aber unsere 160 Kilometer müssen wir auf jeden Fall schaffen. Dreimal am Tag umtragen, einige Kilometer auch die Kanus schieben. Es kommt keine Langeweile auf.
Wir zelten auf Inseln, Landzungen oder mitten im Wald. Wir baden und singen. In der Andacht morgens und abends pflegen wir die Stimmung der Gruppe, die uns über alle Schwierigkeiten hinweg trägt: Über Hunger, Heimweh, Hindernisse und Wehre.
Es gibt keine geistigen Tricks für diese Stimmung. Wir öffnen uns für das, was vor uns liegt. Wir buchstabieren  die biblischen Erfahrungen. Wir beten einen Psalm. Der geistige Mitvollzug der gemeinsamen Leistung steht im Mittelpunkt. Das ist nichts „angeklascht“ und peinlich, sondern organisch für alle nötig.
Anna hat sich ihr Brot zu Hause geröstet und weicht es nun im Seewasser wieder auf. Das schmeckt „kross“. Britta hat einen tollen Curryreis gekocht. Gewürze und schmackhaftes Essen sind sehr wichtig nach einem anstrengenden Tag.  Der Koch hat immer Stress, wenn die anderen um den Topf herum schon warten.
„Die große Expedition“ geht auch nach innen. Welche Reserven haben wir, um die Schwierigkeiten gemeinsam zu meistern? Was geht alles ohne Technik und Versicherung?
Was bedeutet die Natur?  Auf den fast 3000 Fotos sehen wir, wie sich unser Blick für die Natur immer mehr öffnet und nach außen verlagert. Manche stellen erstaunt fest: Was haben wir in der kurzen Zeit alles für wunderbare Bilder gemacht. Die liegen jetzt innen und für immer fest. Da gibt es eine Welt, in der ich mir was trauen kann.
Davon gibt es am 23. September in Sacka/Pfarrhaus 19.30 Uhr einen Bildbericht. Clemens, Felix und Sascha werden erzählen, wie die große Expetition geht.

Eike Staemmler ist Pfarrer der Kirchgemeinden Sacka, Tauscha und Dobra.