| Vom Schatz der Gemeinschaft |
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Kulturinsel Einsiedel – ein Familienerlebnis! Von Dieter Kröhnert Manchmal sprechen Kinder ihre tieferen Wünsche aus – und dann hören wir Erwachsene, was wir eigentlich wissen und womit wir uns dennoch schwer tun. Das, was unsere Kinder sich am meisten wünschen, ist nicht etwas, was sie in der Hand halten können, nicht ein Ding, was wir ihnen kaufen könnten. Kinder wollen uns selbst, uns als Mutti oder Vati. Kinder wünschen sich, dass ihre Mutter und ihr Vater mehr Zeit für sie haben. Sie wollen mit uns spielen. Sie wollen mit uns ein Stück die Welt entdecken. Mehr Zeit für uns! – könnte auf Plakaten einer Kinderdemonstration in unserem Land oder in unserer Wohnung stehen. Kürzlich sagte mir eine Mutter: „Meine Kinder sollen einmal nicht sagen: `Unserer Mutter war es wichtig, dass die Wohnung immer schön geputzt ist!´, sondern meine Kinder sollen einmal sagen können: `Unsere Mutter nahm sich viel Zeit für uns!´ Etwas Besonderes ist es, wenn Familien etwas miteinander unternehmen. Viele Vereine und Einrichtungen machen Angebote, um Familien einen gemeinsamen Familientag zu ermöglichen. Wir als Kirchgemeinde Riesa haben seit 2005 jährlich eine Familienfahrt zur Kulturinsel Einsiedel nach Zentendorf angeboten. In diesem Jahr fand am 17. September die siebente Fahrt zur Kulturinsel Einsiedel statt – und wie zu allen vorherigen Fahrten war auch in diesem Jahr der 60er Bus ausgebucht. Die Kulturinsel Einsiedel liegt an der Grenze zu Polen (nördlich von Görlitz). Sie ist ein großer privater Freizeitspielpark mit einmaligen Spielgeräten! Einmalig im wörtlichen Sinn, denn jedes dieser Spielgeräte ist ein Unikat – hergestellt vom Holzkünstler Jürgen Bergmann mit seiner Firma. So stehen auf dem Spielgelände zum Beispiel ein großes Traumschloss, ein Schiff, ein Haus, eine Riesenschaukel, ein Drache. Unterirdische Gänge lassen Kinder schnell abtauchen und an fernen Orten wieder auftauchen. Gut beraten ist, wer in dieser „Unterwelt“ eine Taschenlampe bei sich hat. In diesem privaten Freizeitpark gibt es auch mehrere Bühnen, auf denen kleine und große Künstler auftreten. Jahr für Jahr wird das Gelände um wundersame Spielgeräte und Orte der Begegnung erweitert. In diesem Jahr ist u.a. das Krönum hinzu gekommen. Das Krönum ist eine theaterähnliche Halle, in der man bei einem 8-Gänge-Verwöhmenü an einer Königskrönung im Jahre 910 teilhaben kann. Es gibt in diesem Krönum – wie auf dem gesamten Spielgelände – keinen geraden Balken. Alles hat Schwung und naturbelassene Form. Nichts hat einen rechten Winkel. Schon dies entrückt Kleine wie Große in eine andere Welt! Auf unserer Tagesreise in diese Spielwelt ist neben allem Spielen das gemeinsame Essen ein besonderes Erlebnis. Jede Familie bringt etwas zum Essen mit, sei zum Mittagessen oder zum Kaffeetrinken. Wenn es soweit ist, stellt jeder sein „Mitbringsel“ auf ein großes Tuch. Allein der Anblick des reich gedeckten Tuches ist ein Genuss und lässt staunen. Das Empfinden, mit der eigenen Gabe Teil einer großen Fülle zu sein, ist für Kleine wie für Große wunderbar. Ein jeder darf spüren: So reich sind wir, wenn jeder seinen Teil dazu gibt. In vielen Kirchen wird in diesen Wochen Erntedank gefeiert. Wir danken Gott, unserem Schöpfer, für alles, was die Erde hervorbringt. Das so reich belegte Tuch zeigt allen Mitreisenden etwas von der unendlichen Fülle, die uns zum Leben geschenkt ist. Dieses reich belegte Tuch zeigt aber auch den großen Schatz, den eine Gemeinschaft hervorbringen kann.
Dieter Kröhnert ist Pfarrer in Riesa
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