Start Berichte Krippenweg in der Martinskirche zu Lampertswalde
Krippenweg in der Martinskirche zu Lampertswalde Drucken

„Wir sagen euch an, den lieben Advent, sehet die …“, mit diesem Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch (EG) beginnen an den Adventssonntagen der Gottesdienst in der Ev-Luth. Martinskirche in Lamperts- walde. Am kommenden Sonntag wird nun die 4. Strophe gesungen und dazu die vierte. Kerze am Adventskranz entzündet, die uns mit ihrem Schein hinweisen will: „Seht die gute Zeit ist nah…“, EG 18. Wie nahe Weihnachten, zeitlich gesehen, tatsächlich ist, zeigen uns die vielgestaltigen Adventskalender taggenau an. In diesem Jahr haben wir noch fast eine ganze Woche die Gelegenheit, unsere Weihnachtsvorbereitungen zu vervollständigen. Vorbereitungen, die geprägt sind vom Aufstellen des Weihnachtsschmuckes und dem Besorgen der Geschenke. Weihnachten  soll ein schönes Fest sein und die Geschenke sollen zu Herzen gehen, bei dem, der schenkt und bei dem, der etwas geschenkt bekommt. Dann erfüllt sich der Sinn des Adventsliedes, denn es heißt weiter: „die vierte Kerze brennt! ... Auf, auf, ihr Herzen, und werdet licht!“.
Dass wir uns in der Adventszeit tatsächlich auf den Weg machen sollen, und nicht nur Zeit abwarten, will uns der Krippenweg in der Lampertswalder Martinskirche aufzeigen (siehe Bild).
Ein Gemeindeglied hat einen Stall gebaut und die entsprechenden Weihnachtsfiguren geschnitzt. Um diese „Weihnachtskrippe nicht nur als Ausstellungstück zu präsentieren, wird seit drei Jahren ein Krippenweg gestaltet. Am 1. Advent wird der „Stall von Bethlehem“ aufgestellt – mit Engel, Ochs und Esel (großes Bild). An den Adventssonntagen machen sich dann Maria und Joseph auf den Weg. Die Hirten und die Weisen aus dem Morgenland machen sich auf den zum Stall, um am Weihnachtsabend zu sehen, was geschehen ist: Gott wird in dem Jesuskind  Mensch.
Wir feiern Weihnachten. Aber haben wir all unsere Vorbereitungen getroffen?
Hirten und Weise sind angekommen, damals an der Krippe im Stall zu Bethlehem – wo aber stehen wir? Können wir richtig mitfeiern oder stehen wir nur als Zuschauer daneben?
Der Krippenweg  in der Lampertswalder Kirche zeigt uns bildlich das in den Evangelien erzählte Geschehen von damals.
Eine richte Feier ist es aber eben immer erst dann, wenn man selbst dabei ist und nicht als Zuschauer staunend daneben steht.
Die Bergleute im Erzgebirge haben dies wohl gespürt und nicht nur eine Weihnachtspyramide zum Bestaunen gebastelt, sondern  sich selbst mit auf die Weihnachtspyramide gestellt. So sind sie  gleich den Hirten und Weisen mit auf dem Weg zu Krippe unterwegs.
Genau dazu will uns der Krippenweg in der Martinskirche in Lampertswalde einladen. Machen wir uns auch auf den Weg zur Krippe – nicht nur mit unseren alljährlich üblichen Weihnachtsvorbereitungen. Stellen wir uns symbolisch auf dem Krippenweg hinten an. Wenn wir dann an der Reihe sind, können wir leibhaftig erfahren, was den Hirten und Weisen das Herz erleuchtet hat. Bleiben wir jedoch weg, werden wir dies nie erfahren - und Weihnachten zu verpassen, wäre doch schade.
Der Krippenweg der Vergangenheit wird nur durch uns selbst ein Stück erlebte Gegenwart.
Kommen Sie mit.

Klaus Matschke ist Pfarrer in Lampertswalde