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Martin Luthers „Kleiner Katechismus“ Drucken
Von Klaus Matschke

Es ist zwar noch nicht ganz so weit, aber es häufen sich schon die Anfragen der Konfirmanden, was denn zur Konfirmandenprüfung „dran kommt?“ Dies ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn schließlich geht es zur Konfirmation ja um ein Glaubensbekenntnis. Da besteht natürlich die Frage: Kann man Glauben wie Wissen prüfen? Natürlich nicht, denn Glauben ist eine Lebenshilfe und keine Lernhilfe. Andererseits sollte jeder, der sich zum Glauben an Jesus Christus bekennt, eine Ahnung von den Glaubensinhalten haben.
In einer ähnlichen Situation, muss wohl auch Martin Luther gewesen sein, als er die Kirchgemeinden besuchte, die sich dem „neuen Glauben“ zugewandt hatten. Und er griff erneut zur Feder und schrieb den „Kleinen Katechismus“, der am 17. Januar 1529 veröffentlicht wurde.
Für viele Generationen evangelischer Christen ist der Inhalt von Martin Luthers „Kleinen Katechismus“ wie zu einem Navigationsgerät durchs Leben geworden. In den fünf Hauptstücken hat Luther all das aufgeschrieben, was seiner Meinung nach für ein Leben wichtig zu wissen ist, damit Glaube zwar nicht geprüft, aber gelebt werden kann. So stehen an erster Stelle im „Kleinen Katechismus“ die „10 Gebote“, eine Handreichung für unsere Beziehung zu Gott und unseren Mitmenschen. Im Mittelteil steht das Gebet der Christen – das Vaterunser. Den Schluss bildet ein Wegweiser für den Fall, dass wir über die Strenge geschlagen haben und wie wir den Weg der Vergebung finden.
Nun ist dieser kleine Katechismus mittlerweile schon 483 Jahre alt und deshalb vielleicht nicht mehr für den modernen Menschen lesenswert, obwohl sein Inhalt auch ein „modernes“ Leben geleiten kann.
Um den Graben der Geschichte zu überdrücken, hat unsere Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens einen Flyer herausgebracht, der in „moderner“ Aufmachung (siehe Bild) bewährte Weisheiten des Glaubens nicht in Vergessenheit geraten lassen will. Unter dem Titel „Kerniges“ sind dreimal zwölf Bibeltexte, Gebete und Lieder aufgeführt, die den Inhalt des christlichen Glaubens benennen und die Gelegenheit bieten mit diesem Wissen sich einen Schatz zu schaffen, auf den man bei jeder Gelegenheit zurückgreifen kann.
Unser Landesbischof schreibt dazu: „Ich wünsche dieser Sammlung viele neugierige Leser und aufmerksame Nutzer, die sich auf die Suche nach Orientierung begeben und dabei gute Entdeckungen machen. Ich hoffe, dass die Texte, Gebete, und Lieder einen kräftigen und dauerhaften Widerhall in unseren Gemeinden finden.“ Damit wäre dann zugleich auch die Frage der Konfirmanden beantwortet: „Was kommt denn dran?“
Und vielleicht macht der Flyer neugierig  auf den Lernstoff (Katechismus) aus Luthers Zeiten. Auch in unseren modernen Zeiten ist es wichtig, sich Orientierung aus dem Glauben an Jesus Christus zu holen, wie es auch schon unsere Vorfahren getan haben, ohne die wir gar nicht da wären.

Klaus Matschke ist Pfarrer in Lampertswalde